Verträge & Rechte
Teil von Rechte an Creator-Inhalten
Musik- und Bildlizenzen nachvollziehbar dokumentieren
Welche Angaben gehören in eine Lizenzablage für Bilder und Musik? Eine praktische Struktur für Dateien, Rechteumfang und erneute Nutzung.
Führen Sie für jedes verwendete Bild und Musikstück einen Datensatz, der die konkrete Datei, die Erlaubnis und die Beitragsfassung verbindet. Erfassen Sie Quelle, maßgeblichen Lizenztext, erlaubten Einsatz und gegebenenfalls die verlangte Urheberbezeichnung. Vor einer erneuten Nutzung gleichen Sie Zweck, Plattform, Gebiet, Zeitraum und Bearbeitung mit diesem Beleg ab.
Lizenz und Datei eindeutig zuordnen
Erfassen Sie den ursprünglichen Dateinamen, Anbieter oder Rechtekontakt, Erwerbs- oder Freigabedatum, verwendeten Kanal und den konkreten Beitrag. Ordnen Sie dem Eintrag den damals geltenden Lizenztext oder die schriftliche Erlaubnis zu; eine Rechnung allein zeigt nicht immer, welche Nutzung erlaubt wurde.
Halten Sie die Grenzen fest, die für den Einsatz zählen: Medien und Plattformen, kommerzielle Nutzung oder Werbung, Gebiet, Zeitraum, Bearbeitung, Urheberbezeichnung sowie eine mögliche Nutzung oder Weitergabe durch Auftraggeber. Ob diese Nutzungen erlaubt sind, ergibt sich aus der Erlaubnis und dem anwendbaren Recht, nicht aus dem Eintrag in der Ablage.
Bei Creative-Commons-Bildmaterial notieren Sie die genaue Lizenzbezeichnung und Version sowie den Fundort und den Link zum Werk und zum Lizenztext. Erfassen Sie auch die konkreten Bedingungen: BY verlangt Namensnennung, SA Weitergabe unter gleichen Bedingungen, NC schließt kommerzielle Nutzung aus und ND untersagt Bearbeitungen. CC0 ist als Lizenz ohne weitere Bedingungen oder Angaben ausgewiesen.
Nach § 13 UrhG kann der Urheber bestimmen, ob das Werk mit einer Urheberbezeichnung versehen wird und welche Bezeichnung zu verwenden ist. Halten Sie deshalb die für das Werk angegebene Bezeichnung fest und gleichen Sie sie mit dem Lizenzbeleg ab.
Musikwerk und Aufnahme getrennt dokumentieren
Ein Eintrag „Song lizenziert“ kann zu ungenau sein. Die GEMA unterscheidet bei Videos zwischen den Online-Rechten der Plattform und der Einwilligung des Erstellers, Musik gezielt mit einem Video zu verbinden. Erfassen Sie deshalb getrennt, welche Erlaubnis die Wiedergabe auf der Plattform und welche die Verbindung von Musik und Video betrifft.
Bei einer Originalaufnahme können Rechte direkt beim Label einzuholen sein. Für gewerbliche oder kommerzielle Videos kann außerdem das Filmherstellungsrecht nötig sein; wenn Musik gezielt mit einem Video kombiniert wird, ist es in der Regel beim Musikverlag einzuholen. Notieren Sie für jede Erlaubnis die zuständige Stelle und den davon gedeckten Einsatz.
Für GEMA-pflichtige Musik auf YouTube ist laut GEMA wegen des Lizenzvertrags zwischen YouTube und GEMA keine separate Lizenzierung oder Meldung des Uploads erforderlich. Weitere Rechte können trotzdem nötig sein, etwa Rechte an einer Originalaufnahme oder das Filmherstellungsrecht bei gewerblicher oder kommerzieller Nutzung.
Bei TikTok hängt die Einordnung als private oder kommerzielle Nutzung vom Zweck des Videos ab; auch ein Video auf einem privaten Konto kann kommerziell sein. Erfassen Sie den konkreten Titel, die Nutzungsart und – bei der Commercial Music Library – die Region und nutzbare Platzierung. TikTok nennt für die Bibliothek organische Inhalte und Anzeigen als kommerzielle Nutzungen innerhalb von TikTok.
Videos mit Sounds aus der privaten TikTok-Musikbibliothek oder der Commercial Music Library dürfen laut GEMA nicht allein aufgrund dieser Nutzung auf anderen Plattformen veröffentlicht werden. Für eine Veröffentlichung außerhalb von TikTok ist eine gesonderte Einwilligung der Rechteinhaber erforderlich; einzelne Titel können außerdem territorial begrenzt sein.
Unterschiede zwischen privater und kommerzieller Nutzung auf TikTok
- PrivatnutzungNur für persönliche Inhalte auf privatem Konto; keine Werbung oder Gewinnabsicht
- Kommerzielle NutzungFür Anzeigen, organische Inhalte mit Markenbindung oder Gewinnabsicht – auch auf privatem Konto möglich
Vorteile und Risiken der Verwendung der TikTok Commercial Music Library
- VorteileVereinfachte Lizenzierung für kommerzielle Inhalte innerhalb von TikTok; klare Nutzungsbedingungen
- RisikenKeine automatische Freigabe für andere Plattformen; regionale Beschränkungen möglich; weitere Rechte (z. B. Filmherstellungsrecht) können nötig sein
Vor der nächsten Verwendung abgleichen
Prüfen Sie die tatsächlich verwendete Datei anhand des dokumentierten Dateinamens, der Quelle und des Belegs und gleichen Sie sie mit der betreffenden Beitragsfassung ab. Vergleichen Sie dann Zweck, Kanal, Gebiet, Zeitraum, Bearbeitung und Urheberbezeichnung mit dem erlaubten Umfang. Bei TikTok prüfen Sie zusätzlich Titel, Region und Platzierung sowie, ob die Nutzung kommerziell ist.
Ordnen Sie eine zusätzliche Erlaubnis dem betroffenen Element und der neuen Beitragsfassung zu. Fehlt ein Beleg, kennzeichnen Sie die Nutzung als offen, statt die Erlaubnis anzunehmen.
Eine Ablage schafft keine Rechte. Sie zeigt, welche Erlaubnis für die konkrete Datei und Beitragsfassung nachweisbar ist und was vor dem nächsten Einsatz noch geprüft werden muss.



