
Erlösmodelle
Teil von Die Entwicklung des deutschen Creator-Markts analysieren
Neue Erlösmodelle mit realen Kosten prüfen
Zusätzliche Einnahmen, Gebühren, Arbeitszeit und laufende Zusagen eines neuen Creator-Erlöswegs zusammen beurteilen.
Prüfen Sie einen neuen Erlösweg gegen das bisherige Geschäft im selben Zeitraum. Zählen Sie zusätzliche, tatsächlich eingegangene Zahlungen und ziehen Sie Rückgaben, abgerechnete Abzüge und neue Sachkosten ab.
Bei einer Patreon-Mitgliedschaft erfassen Sie die angefallenen Gebühren; bei YouTube verwenden Sie den tatsächlich ausgewiesenen Erlös. Stellen Sie den Zusatzbeitrag den zusätzlich geleisteten Stunden gegenüber. So vergleichen Sie beide Wege mit Ihrem bisherigen Geschäft anhand Ihrer tatsächlichen Werte.
Den Zahlungsweg beschreiben
Notieren Sie, wer bezahlt, wann eine Zahlung entsteht und was Sie dafür liefern. Eine Mitgliedschaft kann laufende Inhalte oder Betreuung verlangen; ein Einzelkauf braucht eine abgegrenzte Lieferung. Bei einer erfolgsabhängigen Vergütung hängt die Zahlung von den vereinbarten und erfassten Ergebnissen ab.
Erfassen Sie für jeden Weg die tatsächlich eingegangenen Zahlungen und Rückgaben. Bei Patreon halten Sie die angefallenen Gebühren fest, bei YouTube den tatsächlich ausgewiesenen Erlös. Plattform-, Zahlungsabwicklungs-, Währungsumrechnungs- und Auszahlungskosten können zusätzliche Abzüge verursachen.
Prüfen Sie die einzelnen Zahlungsvorgänge und trennen Sie geschätzte Beträge von endgültig abgerechneten Werten. So fließen weder erwartete Verkäufe noch vorläufige Abzüge als tatsächliche Werte in den Vergleich ein.
Die Veränderung zum bisherigen Geschäft rechnen
Position / Leitfrage
- Zusätzliche Einnahmen
- Welche Zahlungen wären ohne das neue Angebot nicht entstanden?
- Variable Abzüge
- Welche Plattform-, Zahlungs-, Rückgabe- oder Vertriebskosten fallen dafür an?
- Neue Sachkosten
- Welche Produktion, Technik oder fremde Leistung wird zusätzlich benötigt?
- Zusätzliche Zeit
- Wie viel Arbeit entsteht für Einrichtung, Lieferung, Betreuung und Abrechnung?
- Fortlaufende Zusagen
- Was bleibt geschuldet, auch wenn neue Verkäufe ausbleiben?
Setzen Sie für das bisherige Geschäft und den neuen Erlösweg denselben Zeitraum an. Tragen Sie tatsächlich gebuchte Einnahmen und Abzüge ein, jeweils getrennt nach Erlösweg. Erfassen Sie die zusätzlich geleisteten Stunden; Schätzwerte bleiben als solche markiert.
Ziehen Sie variable Abzüge und neue Sachkosten von den zusätzlichen Einnahmen ab. Teilen Sie diesen Zusatzbeitrag durch die zusätzlichen Arbeitsstunden. Das Ergebnis zeigt, welcher Betrag je zusätzlicher Stunde verbleibt.
Ordnen Sie fortlaufende Zusagen gesondert ein. Laufende Kosten, die sich durch den Versuch nicht ändern, gehören weiterhin in die Gesamtplanung und sollten nicht vollständig dem neuen Modell zugeschlagen werden.
Annahmen als Szenario behandeln
Bei einem bezahlten Zusatzinhalt schätzen Sie die Zahl erfolgreicher Verkäufe und berücksichtigen Sie die nötige Produktion sowie Kundenfragen. Verwenden Sie für Gebühren die Bedingungen des vorgesehenen Dienstes und schätzen Sie den eigenen Zeitaufwand separat.
Rechnen Sie eine vorsichtige, eine mittlere und eine höhere Zahl erfolgreicher Verkäufe durch. Markieren Sie alle geschätzten Einnahmen, Abzüge und Stunden, bis abgerechnete Beträge und tatsächliche Arbeitszeiten vorliegen.
Wenn der vorsichtige Fall eine laufende Zusage nicht tragen würde, verkleinern Sie das Versprechen oder prüfen Sie einen einmaligen Verkauf. Nach einem begrenzten Start ersetzen Sie Annahmen durch tatsächliche Werte zu Rückgaben, Abzügen und Arbeitsstunden.
Prüfen Sie, ob das neue Angebot bisherige Aufträge verdrängt hat. Entscheiden Sie anhand des Zusatzbeitrags und des zusätzlichen Aufwands, ob Sie es fortführen, Umfang oder Preis überarbeiten oder den Versuch beenden. Steuerliche Einordnung und konkrete Vertragsfolgen sind gesondert zu prüfen.

