
Markt & Zahlen
Teil von Creator-Geschäftskosten
Arbeitszeit in Angebotskalkulationen berücksichtigen
Von Briefing bis Übergabe: So berücksichtigen Creator ihre Arbeitszeit und prüfen ein Pauschalhonorar mit einem internen Satz.
Schätzen Sie für ein Creator-Angebot die gesamte Projektzeit: Briefing, Vorbereitung, Produktion, Abstimmung, Korrekturen und Übergabe. Der sichtbare Dreh oder fertige Post ist nur ein Teil der Arbeit. Mit einem internen Stundensatz prüfen Sie ein Pauschalhonorar, ohne dem Kunden einen Stundenpreis anzubieten.
Arbeitsschritte und Annahmen festhalten
Beschreiben Sie zuerst die Lieferung. Schätzen Sie dann die Zeit pro Schritt und notieren Sie, welche Angaben des Kunden dafür rechtzeitig vorliegen müssen.
Arbeitsschritt / Frage für die Schätzung
- Briefing und Recherche
- Welche Aussagen und Angaben müssen geklärt werden?
- Konzept und Vorbereitung
- Was muss geplant oder beschafft werden?
- Aufnahme und Bearbeitung
- Wie viele Fassungen und Formate entstehen?
- Abstimmung und Korrekturen
- Wer sammelt Rückmeldungen, und wie viele Runden sind vorgesehen?
- Übergabe
- Welche Dateien und Informationen werden geliefert?
„Eine gebündelte Rückmeldung zu einer Entwurfsfassung“ ist kalkulierbarer als „Änderungen inklusive“. Kommen später zusätzliche Fassungen hinzu, prüfen Sie ihren Aufwand und den vereinbarten Umfang erneut.
Einen internen Satz aus dem eigenen Bedarf ableiten
Nicht jede Arbeitsstunde lässt sich einem Auftrag in Rechnung stellen. Akquise, Verwaltung, Ausfälle und Arbeit am eigenen Angebot beanspruchen ebenfalls Zeit. Schätzen Sie für einen Planungszeitraum, wie viele Stunden realistisch fakturierbar sind und welchen Betrag diese Stunden insgesamt erwirtschaften müssen.
Berücksichtigen Sie betriebliche Kosten und den Betrag, den Sie für Lebensführung und weitere Verpflichtungen benötigen. Letzterer ist eine Größe für die Preisplanung, keine automatisch abziehbare Betriebsausgabe.
Teilen Sie den benötigten Betrag durch die fakturierbaren Stunden und prüfen Sie das Ergebnis gegen Nachfrage, Leistungsumfang und Kapazität. Die Rechnung garantiert keinen durchsetzbaren Preis.
Ein Pauschalangebot prüfen
Gedachtes Beispiel: Zwei Stunden Briefing, drei Stunden Vorbereitung, vier Stunden Aufnahme, drei Stunden Schnitt und zwei Stunden Abstimmung ergeben 14 Stunden. Bei einem rein beispielhaften internen Satz von 65 Euro sind das 910 Euro.
Mit 180 Euro für eine freie Kraft und 40 Euro für eine projektbezogene Fahrt ergibt sich ein kalkulierter Ausgangswert von 1.130 Euro. Prüfen Sie vor dem Addieren weiterer Zuschläge, welche laufenden Kosten und welcher angestrebte Ertrag bereits im Stundensatz enthalten sind.
Vergleichen Sie den Ausgangswert mit Honorar und genau beschriebener Lieferung. Reicht das Budget nicht, besprechen Sie Umfang, Fassungen oder Termine. Nutzungsrechte und steuerliche Behandlung einzelner Ausgaben sind eigene Fragen.
Die nächste Schätzung verbessern
Erfassen Sie nach Lieferung die tatsächlich benötigte Zeit nach denselben Schritten. Lag ein Schritt deutlich über der Schätzung, prüfen Sie den Grund: fehlendes Material, zusätzliche Rückmeldungen oder ein zu knapp geplanter Arbeitsschritt. Passen Sie die nächste Kalkulation an diese Beobachtung an. Ein Auftrag liefert noch keinen allgemeinen Satz für alle Formate.
Prozess zur Verbesserung der Arbeitszeit-Schätzung
- Nach Lieferung tatsächliche Zeit erfassen
- Abweichungen analysieren (fehlendes Material, Rückmeldungen, Planungslücken)
- Nächste Kalkulation an Beobachtungen anpassen



